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the complete story written by Steffi for the german hockey magazin.
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Alles fing an, im Sommer 2000, als auf unterschiedlichen Terrassen und Balkonen in Zürich und in Köln die Idee gelegt wurde: Wir stellen ein Team bei den GG in Sydney, wo erstmals auch unser geliebtes Fieldhockey zur Austragung stand. Es wurden Listen erstellt, von Freundinnen, entfernten Bekannten und Spielerinnen, von „früher“ oder von heute. Und trotzdem war es alles andere als einfach, mit persönlichen Connections plus Anzeigen in der Berliner Siegessäule schliesslich einen Stamm von 16 Spielerinnen beieinander zu haben. Ja, und zu dem Zeitpunkt war es war noch lange hin. Zum Sparen und sich auch wieder anders entscheiden. Anyway: Nach einigen mehr oder weniger teambildenenden Vorbereitungsturnieren standen wir schliesslich am 26. Oktober 2002 mit neun deutschen Hockeyspielerinnen in Frankfurt am Flughafen, um uns gen Sydney fliegen zu lassen. Dass wir „unsere Männer“ daheim gelassen hatten, wurde vom Bodenpersonal gleich fachkundig festgestellt, und so prosteten wir schon vor dem Abflug auf uns und diejenigen, die daheim bleiben wollten und mussten. Spannende Tage lagen vor uns, keine von uns hatte an einem der vorangegangenen fünf GG teilgenommen, wir waren also völlig unbewusst unserer Aufgabe. Die Ausssicht auf sieben Spiele in fünf Tagen liessen doch ein banges Unwohlsein mitreisen, doch alles zu spät. Nach endlosen Flugstunden und zweitägiger Aklimatisation in Singapurkamen wir in Sydney an, begrüsst von einem Fahnenmehr überall in der Stadt. Die GG waren präsent in Presse und bei den Einheimischen.
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So wie sich die Stadt langsam mit TeilnehmerInnen füllte, komplettierte sich auch unser Team : vier Australierinnen, von langer Hand angeworben und des Hockeyspielens kundig, sowie zwei Schweizerinnen, die vor allem Handball und allerlei andere Sportarten auf höherem Niveau gespielt hatten. Und jetzt eigentlich in Zürich mit Steffi Salsa tanzten. Doch bei der Eröffnungsfeier liefen wir alle direkt hinter dem Germany-Schild und tanzten mit den anderen ca. 15 000 Aktiven in das Football Stadion in Sydney ein. Dort warteten überraschenderweise schon über 20 000 Zuschauer und feierten uns erst mal grundlos. Das war ein schönes Gefühl und der anschliessenede Show und Zeremonieteil so echt wie bei Olympischen Spielen. Ja, und dann ging das Spielen los, am ersten Tag hatten wir morgens um 8.30 Uhr. Unsere australischen Gastgeberinnen hatten uns das erste Spiel, quasi als Eröffnung, gegen die Eastern Hutt Vets aus Neuseeland. Das waren das einzige Team ausser uns, das nicht aus Australien kam. Vets war wohl die Abkürzung für Veteraninnen, jedenfalls konnten sie unserem Tempo und unserer Begeisterung, endlich spielen zu können, wenig entgegensetzen. 6:0 das Ergebnis. What a start. Wir waren selber überrascht, dass wir recht gut zusammenspielten und sich offensichtlich alle Spielerinnen auf einer Position spielten, wo sie gut aufgehoben waren.
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Es war also eine gute Basis uns wir versuchten zu regenerieren, hatten wir doch am Abend um 17 Uhr gleich noch mal ein Spiel gegen die Vic Strikers, ein Team aus Victoria, der Gegend um Melbourne. Auch hier gingen wir rasch in Führung, konnten uns bei 2:0 in der 2. Hälfte zwar nicht schonen, aber doch bei schnell abkühlenden Temperaturen sicher 3:0 gewinnen. Am Ende des Tages hatten wir ein gutes Gefühl, was unser Spielen anbetraf und hatten auch, durch die Beobachtung der anderen Teams, in etwa einen Eindruck, wie stark das Turnier besetzt war. Und obwohl unser Müdikeitsfaktor am Abend recht gross war und wir es mit Mühe zurück in die City und zum nahen Pizzamann schafften, war klar: Wir würden vorne mitspielen können. So beseelt und am folgenden Tag erst am Nachmittag spielend, putzten wir die nächsten Australierinnen mit 6:0 weg. Der Teamname „Girls Own Adventures“deutet darauf hin: Einige Spielerinnen betreiben in Sydney ein Frauen-Reisebüro.Trotz des klaren Ergebnisses war das Spiel eigentlich bis zum Schluss umkämpft und die Girls waren dann auch ziemlich sauer, ob der klaren Niederlage und verabschiedeten sich mit der Ankündigung, uns im Finale wieder zu treffen.
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Ich kann hier nicht alle Torschützinnen aufführen, jede wird das in ihrem geheimen Tagebuch selber getan haben. Aber in Irenes stand an diesem Tag mit Sicherheit: „Gestern wurde ich zur Landhockeyspielerin (so heisst das in der fernen Schweiz) und heute schon habe ich ein Tor geschossen.“ Das wäre durchaus ein Anlass zum Feiern gewesen, da jedoch auch unsere Knochen müde und im Durchschnitt 35 Jahre alt waren, gingen wir früh zu Bett. Der nächste Tag war der eigentliche Hammer-Tag: noch einmal zwei Spiele. Und wir reden hier von Spielen über die volle Spielzeit. In der Mittagshitze, zum Glück mit Wind im olympischen Stadion, trafen wir auf die Sydney Bentstix, die wir nicht mehr ganz so flüssig, aber doch klar mit 3:0 schlugen. Danach hatten wir knapp sechs Stunden Zeit, uns im von den Aussi-Girls gemieteten Ferienhaus aufzupäppeln. „Lazing around“, das heisst soviel wie rumhängen und trotzdem bei Laune bleiben. Kalorien aufnehmen, den legendären Melbourne Cup im TV verfolgen (Pferderennen mit Karnevalscharakter drumherum) und Beine massieren, Augen zumachen oder im Garten sitzen gehörte in diesem Fall auch noch dazu. Die Abendbegegnung (20 Uhr) mit den Funky Divas war dann trotzdem mühsam, wir mussten Liza, Bindo und Steffi schonen und die anderen brachten das Spiel heroinnenhaft und auf dem letzten Zacken, mit 2:2 über die Runden. Zur Belohnung und weil es inzwischen schon spät war, der Sicherheitsdienst schloss uns vorsorglich schon mal im Stadion ein, fuhren uns unsere Aussi-girls, die motorisiert waren, bis vor die Hoteltür. Yeah. Der letzte Schritt vor dem Finale bescherte uns mit den Sydney Cats, verstärkt mit Spielerinnen aus aller Herrinnen Länder, eine sehr motivierte Mannschaft. Wir führten 4:0 zur Halbzeit und gaben die 2. Hälfte ab, Endergebnis 4:2. Puh, geschafft. Wir waren mehr kaputt als glücklich, denn ehrlich gesagt, hatten wir mit dem Finale inzwischen fest gerechnet.
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Am Abend vor dem Finale, auf der einzigen exklusiven Frauen-Party der Spiele, trafen wir dann auch unsere Möchtergern-Gegnerinnen wieder: Die Girls Own Adventures hatten sich in einem packenden letzten Spiel aber nur ein Unentschieden erkämpft gegen die Vic Strikers. Und diesen wiederum hatte der eine Punkt genügt, um gegen uns zu spielen. Naja, wir nahmen es locker, dass wir jetzt nicht noch mal eine Abenteuer-Reise bei den Adventure-Girls buchen mussten und genossen den Abend. Die Musik war zwar nix aber wir genossen die Breitband-Show der gebotenen Outfits der Frauen an diesem Abend. Details möchte ich hier nicht wiedergeben, sind aber jederzeit bei Otti nachzufragen. Sie war nicht nur ein brillianter Coach, sondern eine sehr genaue beobachterin... Wir waren ausnahmslos brav und bieder gekleidet und gingen ebenso brav, nüchtern und früh ins Bett, denn jetzt war klar: We were going for Gold.
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Unser goldentscheidendes Spiel war auf den nachmittag um 15 Uhr angesetzt. Und es war absolut putzig, wie bei alten und jungen Hasen sich genau all die vegetativen Zeichen von Nervosität zeigten, wie sie jede von sich kannte vor wichtigen Spielen. Sollten diese jetzt zwei oder zehn Jahre zurückliegen. Kurz, es war jede mindestens ein wenig nervös. Unsere Gegnerinnen sicher auch. Wir kannten uns vom ersten Speltag und wir hatten Respekt, aber wussten eigentlich schon, das wir mehr Möglichkeiten hatten zu gewinnen. Unsere Befürchtungen, die miesesten Schieris oder eine wilde australische Fangemeinde bewahrheiteten sich beide nicht, so dass wir tatsächlich keine Nachteile hatten. Ausser dass das gegnerische Tor quasi vernagelt schien. Wir waren drückend überlegen, hatten zu Hauf Chancen, Ecken und in der ersten Halbzeit auch noch einen 7m. Und wie so häufig in dieser Art Spielen, wird man dann leicht unruhig, bisschen grantig auch mit den Mitspielerinnen, wenn wieder mal eine Riesenchance versiebt. Vor allem dräute Ungemach: In einer Verlängerung wären die ersten 15 minuten mit nur noch neun Feldspielerinnen und die zweiten 15 Minuten mit noch sieben Feldspielerinnen gespielt worden. Funny these Aussis, hatten sich extra einfallen lassen und auch schon in Jugendturnieren erprobt, weil dann ja mit Sicherheit eine Entscheidung fallen würde... Doch wir hatten auf das Procedere nach sieben Spielen wirklich keine Lust, kämpften unermüdlich weiter und endlich, 10 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit: nach mehreren nicht erfolgreichen Ecken-Kombinationen einfach noch mal auf die Hütte gezielt. Nicht dass es ein Knaller gewesen wäre, doch irgendwie kam der Ball im Tor an. Yeah. Ziemliche Erleichterung, die Gegnerinnen hatten ihrerseits noch eine Ecke ( von vieren insgesamt), doch das wär einfach nicht o.k. gewesen. Wir waren die Besten und gewannen verdient. Mit magerem Ergebnis zwar, doch over-happy am Ende des Spieles, während dem offiziellen Zeremoniell, in den Stunden danach. Es war ein tolles Gefühl, denn hier hatte eine Mannschaft gewonnen, die einen mentalen Rush erlebt hatte, in dem letztendlich jede, gemessen an ihren momentanen Fähigkeiten, am oberen Rand spielte. Natürlich hatten wir Sympathiepunkte bei unseren Gegnerinnen, weil in unseren Reihen auch Australierinnen mitspielten. Und für uns Deutsche war es richtig süss, wie unsere Aussi-Teammates immer wieder sagten, welche Ehre es für sie sei, mit uns zu spielen. Ich habe es nicht oft erlebt, dass es als Ehre angesehen wurde, mit Germans zusammen spielen zu dürfen. Soviel nüchterne Worte, danach war endlich richtig Party. Eine Hockey-Party mit Wein, Weib , Gesang, sogar mit Gitarrenbegleitung. Es wurde noch einmal sehr folkloristisch. Und der Abend endete sehr spät für einige, die dann wiederum mit der stinke Es war rundum alles im Lack. nden Spielkleidung der Gegnerinnen nachhause kamen. Es blieb bei der Kleidung, und auch der Tausch „ich konnte nicht nein sagen“ lief sehr öffentlich ab. Es war rundum alles im Lack. Wir danken den OrganisatorInnen in Sydney für ihren fünf Jahre währenden Einsatz für unsere Sportart Fieldhockey. Man merkte überall in Sydney, dass Hockey halt wirklich eine Bedeutung hat in diesem Land. Wir hatten zwar den weitesten Weg, aber vor Ort fanden wir optimale Bedingungen. Es wäre einfach klasse, wenn dieses Mal nicht das einzige Mal wäre, in der Hockey bei Gay Games zur Austragung kommt. Vor vier Jahren in Amsterdam war Hockey nicht offiziell, sondern scheinbar als Demo-Sportart dabei. Dass in Holland demonstriert werden sollte, wo doch jedes Kind Hockey kennt, ist eher irritierend. In vier Jahren in Montreal ist Hockey nicht offiziell dabei. Denn es hängt von jedem Gastland ab, welche zehn Joker es neben den traditionell gesetzten Sportarten einsetzt. Und offensichtlich spielen in Kanada mehr Frauen Curling.... Unsicher ist, ob sich kontinental, also zum Beispiel in Europa eine Interessen-Lobby findet, die sich bei den zweijährlich stattfindenden Eurogames für unsere Sportart einsetzt. Ja, und ob es überhaupt schwule Hockeyspieler und lesbische Spielerinnen gibt, die Freude haben, an solch einem Event mitzuspielen und vor allem eigene Teams zusammenzustellen. Wir hatten insofern ideale Bedingungen und 16 tolle Frauen und Sportlerinnen beieinander. Charme on Tour. Vergoldet, sozusagen.
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